f  g+ Imprint

Bundesgeschichte

I. die Vorgeschichte

Im Frühjahr 1973 kündigte ein kleiner unbekannter Pfadfinderbund „DPB Wiking“ im Amtsanzeiger Dänischenhagen ein Pfadfinderlager bei Dänisch-Nienhof an. Er warb um Mitglieder. Aus Dänisch-Nienhof waren es drei, darunter Aslak (12). Als Ältester sollte er hier eine Sippe aufbauen. Der Führer dieses Pfadfinderbundes, Tigris, bat Ore (seit 1956 bis auf schriftstellerische Arbeiten nicht mehr aktiv in der bündischen Jugend) um Mitarbeit bei dieser neuen Gruppe. Er sagte zu. Diese Ursippe, die später unter dem Namen „Goldene Horde“ bekannt war, erhielt nach einer alten Sturmvagantengruppe den Namen „Jomsburg“ und wurde bald mit mehreren Sippen ein Stamm. Der Stamm Hacketau. Mädchen kamen und deren Pfadfinderinnenstamm „Königin Rauthgundis“ (ebenfalls ein alter Sturmvagantenname, unter dem schon seit 1927 Mädchen ihre schönsten Jugenderlebnisse hatten) kam dazu.
Die beiden Stämme waren rasch viel stärker als der eigentliche Bund „Wiking“, der nur aus einem Stamm in Altenholz bestand und erheblich aktiver. Nach einer gemeinsamen Herbstfahrt nach Dänemark, die unter Leitung der Jomsburger stand, kam es aufgrund von Unstimmigkeiten mit dem Altenholzer Bundesführer Tigris zu Auseinandersetzungen, die schließlich während der Winterfahrt des Stammes „Hacketau“ nach Helgoland zum sogenannten „Helgoländer Beschluss“ vom 1. Januar 1975 führten. In diesem Dokument beschlossen alle Sippenführer der Hacketauer den geschlossenen Austritt aus dem „DPB Wiking“ und die Verselbständigung der beiden Stämme unter dem Namen „Pfadfinderorden Gau Jomsburg“.

II. 1975 bis 1980

Während der Sommergroßfahrt 1975 fand am Vasjön in Värmland (Schweden) das erste Bundesthing statt, wobei sich der Gau Jomsburg seine Satzung und seine Statuten gab, in welchen auch das Bekenntnis als Nachfolgebund der Sturmvaganten von 1927 beschlossen wurden. – Der Gau Jomsburg trat als selbständiger Verband der Freien Pfadfinderschaft Schleswig Holstein bei, die damals im wesentlichen aus den Pfeil-Pfadfindern aus Lübeck bestand.
Neben dem Ur- „Horst Dänischer Wohld“ mit den beiden Stämmen „Hacketau“ und „Königin Rauthgundis“ und Sitz in Dänisch Nienhof, bildeten sich bald schon weitere Stämme. Am 30.08.1975 wurde der „Horst Kiel“ zunächst mit den beiden Stämmen „Teja“ und „Königin Asa“, später noch mit dem Jungenstamm „Nibelungen“, gegründet. Danach, am 05. August 1976, wurde der „Stamm Seeräuber“ aus Elmshorn in den Bund aufgenommen. Etwas später noch (11.02.1977) entstand der „Horst Eckernförde“ mit seinem „Seepfadfinderstamm Rurik“ und dem Mädchenstamm „Königin Thyra“. Zudem entstand im Jahre 1977 der Stamm „Gudrun“ in Ratzeburg. Auch in Altenholz entstand ein Horst mit zwei Stämmen, der aber bereits 1977 als „Pfadfinderbund Asgard“ eigene Wege ging. Die beiden Stämme aus Elmshorn und Ratzeburg konnten sich ebenfalls nicht lange behaupten.
Der Gau Jomsburg wuchs innerhalb kürzester Zeit auf die immense Mitgliederzahl von 300 Pfadfinderinnen und Pfadfidern an und machte sich in ganz Schleswig-Holstein durch die jährlichen Europa-Großfahrten in entlegenste Gebiete einen Namen.
Im Jahre 1977 begannen die Jomsburg-Pfadfinder mit dem eigenhändigen Aufbau ihrer „Jomsburg“ in Dänisch-Nienhof.

III. 1980 bis 1989

Am 01.08.1980 stellten die Pfeilpfadfinder, Bruderbund der Jomsburger, ihre Jugendarbeit ein. Jochen Düring, Bundesführer der Pfeilpfadfinder, gab es selbst durch ein Rundschreiben bekannt. Vom gleichen Zeitpunkt an ging die Landesleitung der Freien Pfadfinderschaft Schleswig-Holstein auf den Gau Jomsburg über. Nach mehreren Zusammentreffen der Führerschaften des Gaues Jomsburg und den Pfeilpfadfindern und einem Elternabend in Bad Segeberg traten am 24.11.1980 die noch verbliebenen 5 Stämme der Pfeilpfadfinder unter Wahrung ihrer Tradition und Tracht als „Horst Pfeil Lübeck“ und „Horst Pfeil Segeberg“ dem Pfadfinderorden Gau Jomsburg bei. Von da an gab es sowohl Jomsburger mit der bekannten „grünen“ Fahrtenkluft, als auch welche mit der traditionellen „blauen“ Tracht der Pfeilpfadfinder.
Im November 1981 wurde in Hoffeld bei der Deligiertenversammlung des Deutschen Pfadfinder Verbandes (DPV) unseren Antrag auf Aufnahme in diesen Dachverband einstimmig zugestimmt. Somit wurde der Gau Jomsburg neues Mitglied in einem der größten Verbände der Bundesrepublik.
Im Jahre 1987, kurz nach dem Tod Ores, kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den „blauen“ Horsten und der neuen Jomsburger Bundesführung, die kurz darauf zum Austritt der Horste „Pfeil Lübeck“ und „Pfeil Segeberg“ führten, die sich als „Freie Pfadfinderschaft“, wie wir sie heute noch kennen, verselbständigten.

IV. 1990 bis Heute

Die 1990er Jahre waren eine Zeit des Wandels für die Jomsburg-Pfadfinder. Rechtlich benannte sich die „Freie Pfadfinderschaft Gau Jomsburg e.V.“ um in „Jomsburg – Freier Pfadfinderbund e.V.“, die Statuten wurden grundlegend überarbeitet und es wurde ein Trägerverein für die Liegenschaft „Jomsburg“ gegründet, der „Jugendburg Jomsburg e.V.“, der sich seitdem speziell mit den Belangen der Burg beschäftigt.
Im Jahre 1996 wurden aus Mangel an Führungskräften die ehemaligen Horste „Dänischer Wohld“, „Kiel“ und „Eckernförde“ zu je einem Stamm zusammengefasst. So entstanden die heute bekannten Stämme „Vaganten“ in Dänisch Nienhof, der Stamm „Goten“ in Kiel und der Stamm „Styrbjørn“ in Eckernförde.